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Discordian Decimal Time (DDT)

(zum Foren-Thread)

Wir habe ja dank unseren Gründervätern (geheiligt sei ihr Angedenken) den töllsten Kalender der Welt. Was aber noch fehlt, ist das passende Zeitsystem dazu. Es gab da zwar schon ein paar Versuche in diese Richtung, aber die konnten nicht so recht überzeugen. Mich zumindest nicht. Darum habe ich mich mal irgendwann hingesetzt und die Ganglien glühen lassen. Und das kam dabei raus:

Der diskordische Kalender unterscheidet sich ja vor allem dadurch, daß er sehr geordnet und logisch ist, von dem babylonisch-römisch-katholischen Dingsbums, das sehr chaotisch ist1). Ich empfand es immer als einen schönen Kontrast, daß die Bürokratie so ein chaotisches Dingens benutzt und wir Chaoten so was geordnetes. Gemäß dieser Tradition sollten wir auch ein geordneteres und logischeres Zeitsystem haben als dieses duodekahexagesimale Monstrum, das sonst alle benutzen (finde ich zumindest).

System

Die DDT ist eine Prozentuale (also metrische) Zeitrechnung. Der Tag wird unterteilt in 100 Zentonen und diese wiederum in 1.000 Klicks. Ein Zenton ist somit also 14,4 Minuten lang und ein Klick 0,864 Sekunden.
Für die grobe Umrechnung kann man also eine Viertelstunde für das Zenton nehmen.
Und das wär dann auch schon alles. Einfach, nicht?

Erklärung

Ihr fragt euch jetzt sicher, was das ganze soll und was daran diskordisch ist. Also der Reihe nach.

Erstmal wäre es besser für die Kinder. Wenn ihnen wer sagt „es ist 18 Uhr“ muß das Hirn erst mal rechnen. „18 von 24, das sind - äh - drei Viertel, also Abend.“ Gar nicht so einfach. Das dauert, bis man das verinnerlicht hat, und das intuitiv funktioniert. Manche kommen da nur bis zum „äh“. Später machen sie das Ganze dann nochmal mit dem Prozentualsystem durch.
Wer die Prozentrechnung gegrokt hat, sieht sofort: „25 Uhr, ein Viertel vom Tag ist rum.“ „50 Uhr, Mittagessen“ oder „75 Uhr, nur noch ein Viertel vom Tag übrig.
Würde man das DDT einführen, könnte man das alte System aus dem Lehrplan streichen und gegen etwas sinnvolles austauschen. Skaten lernen, Moppetfahren oder so.

Nächstes Argument: Sätze wie „Ich geh jetzt schlafen, es ist schon nach 95 Uhr“ oder „Wir treffen uns in 23 Zentonen“ oder „Laß mich noch 100 Klicks lesen“ klingen einfach cool.
Doch.
Das lasse ich mir nicht ausreden.

Des Weiteren: Es läßt sich leichter damit rechnen. Schon mal versucht 134 min. zur aktuellen Uhrzeit dazuzuzählen, um zu wissen, bis wann die DVD läuft? Das geht in einem dezimalen System viel einfacher.

Und was daran diskordisch ist?

  1. Es basiert auf dem Dezimalsystem, also einem 10-er-System. 10=2×5. Die 2 steht für Zwiespalt, Widerspruch, Discord usw. Wofür die 5 steht, wißt ihr ja.
  2. Eine DDT-Uhr hat eine Anzeige mit 5 Ziffern, unterteilt in 2 Ziffern für die Zentonen und 3 für die Klicks (23!). Beispiel: [50:164] = 50 Uhr 164, also kurz nach Mittag. (Wenn's schnell gehen soll, rundet man auf und sagt „Es ist 50,2“)
  3. Es hat ein Diskordier erfunden, also peng.

Quellen

  • Großhirnrinde von Ron Oxymo, O⁙D⁙D⁙
1)
Zwölf Monate (duodezimal, obwohl man sonst das Dezimalsystem benutzt); unterschiedlich lange Monate (abwechselnd 30 und 31 Tage mit Knick im August, weil Kaiser Augustus unbedingt in 'nem langen Monat Geburtstag haben wollte, grundlos bis heute durchgezogen); den Schalttag mitten im Jahreslauf statt am Ende, wo er nicht stört (okay, das haben wir erstmal übernommen, für die Synchronität, aber nur bis zur Revolution, danach wird der olle Römerkalender abgeschafft!); ein fehlendes Jahr „0“, das dauernd zu Rechenfehlern führt, usw.
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