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Chonks und Chuns

Ein typischer Chonk

Unter einer Chun oder einem Chonk (Kofferwörter aus „chaos nun“ = „Chaos-Nonne“ bzw. „chaos monk“ = „Chaos-Mönch“) versteht man eine Person, die ihre Existenz dem Glauben an Eris gewidmet hat und diesen offen und mit allen Konsequenzen praktiziert. Chonks und Chuns leben in einer besonders engen (aber nicht zwangsläufig exklusiven - Polyamorie und Synkretismus sind durchaus erlaubt) Beziehung zur Göttin und drücken ihren eigenen Wahnsinn offen aus. Gesellschaftliche Nachteile, die sich aus diesem chaotemplativen Leben ergeben, werden dabei in Kauf genommen und begründen dabei den asketischen Aspekt.

UnOrden

Viele Chuns und Chonks disorganisieren sich in sogenannten UnOrden, deren größter und bekanntester wohl der Ordo Dea Discordia ist. Diese Chonks und Chuns nennt man in der Regel Chaobiten, aber auch Irremiten können einem UnOrden angehören (siehe auch weiter unten).

Irrarchie eines UnOrdens

Ein UnOrden gliedert sich in der Regel erfahrungsgemäß in folgende fünf Stufen, über die eine Chun oder ein Chonk stolpern kann:

1. Nowitze

Quasi ein Novize, aber weil er noch keine Witze reißt, sondern das Reißen erst noch lernt, wird er Nowitze genannt. Sein Leben fokussiert sich auf Einführung in den Diskordianismus und ins UnOrdensleben, also Illuminatus!-lesen, die Principia Discordia studieren, Religions-und UnOrdensgeschichte, Grundlagen des Mindfuck und so…

2. (gewöhnlicher) Chonk

Ein Chonk bzw. eine Chun praktiziert, was er oder sie als Novize gelernt hat, ist stets bestrebt, seine bzw. ihre Beziehung zur Göttin zu vertiefen und ihre Irrlehre der Welt zu verkünden. Hierbei kann man sich vom UnOrden inspirieren lassen oder eigene kreative Vorgehensweisen entwickeln, oder auch nicht. Selbstredend führen die Chonks auf ihre Un-Art und Weise die alte diskordianische Tradition, namentlich den Kampf gegen den Fluch des Graugesichts weiter. Dies kann auf individueller Ebene, aber auch in Form einer Gruppenaktivität geschehen.

3. Prior (Untermotz)

Priore werden erst ab einer gewissen Größe des UnOrdens gebraucht. Sie dienen als eine Art Bindeglied zwischen den Chonks und dem Abt, so ähnlich wie Schülersprecher, Vorarbeiter (oder Vor-faulenzer) oder Abteilungsleiter. Die Priore werden vom Abt ein- bzw. abgesetzt. Falls die Chonks einmal nicht mit ihrem Prior zufrieden sein sollten, können sie sich an den Abt wenden.

4. Abt (Obermotz)

Der Abt hat die letztliche Entscheidungsgewalt in allen Fragen des UnOrdenslebens. Sollte sie aber möglichst selten verwenden, um dem Chaos seinen Lauf zu lassen. Im Notfall hat aber er das Recht, einzelne UnOrdensmitglieder, die dem UnOrden schaden und alle Mahnungen in den Wind schlagen, zeitweilig oder vollständig aus dem UnOrden auszuschließen. Der Abt wird in jedem 5. Jahr vom Konvent neu gewählt bzw. im Amt bestätigt. Alles in Allem in sehr undankbarer Posten, der sich durch viel Arbeit bei gleichzeitig geringer Anerkennung auszeichnet, weshalb der neue gewählte Abt von seinen UnOrdensbrüdern und -Schwestern die ersten fünf Tage mit den Worten „herzliches Beleid“ und einem hämischen Lachen begrüßt wird.

5. Trischof

Die UnGraue Eminenz. Der Trischof unterstützt den UnOrden, wann, wie und wo immer er Lust dazu hat, erteilt ab und zu seinen Segen und wird von den Mönchen geliebt, verehrt und respektiert. Ungefähr so wie der Weihnachtsmann, wobei Bart und Bauch optional sind.

Genaugenommen gehört der Novize noch nicht ganz zu den Chonks, während der Trischof (Bauch zum Trotz) über ihnen schwebt. Somit ergibt sich wieder einmal eine 2/3-Teilung.

Und außerdem gibts da noch die Oblaten, oft auch „Kekse“ genannt (weil die nicht so pappig sind) oder „Plätzchen“ zu den Jahresendfeierlichkeiten. Dies sind diskordische Laien, die außerhalb der Irrarchie stehen, aber dem UnOrden freundschaftlich verbunden sind und versuchen, seine Spiritualität mitzuleben, und sich vielleicht auch an die Lebensregeln der Chonks zu halten, soweit sie dazu in der Lage sind und Lust dazu haben. Von ihnen wird nichts verlangt, dafür haben sie aber auch kein Mitspracherecht in internen Angelegenheiten. Engagement und Unterstützung durch sie wird aber gerne gesehen und dankbar angenommen.

Erscheinungsbild

Der Chonk vermeidet es, mit den Ungläubigen verwechselt zu werden, indem er sich ungewöhnlich kleidet. Für gewöhnlich trägt er eine sogenannte ChaosKutte1). Diese hat er aus gefundenen oder sonstwie zufällig erworbenen Einzelteilen selbst anzufertigen. Wenn er nicht nähen kann, um so besser. Um so chaotischer sieht dann das Endergebnis aus. Jede ChaosKutte ist ein Unikat. (Uniformität widerspricht dem Prinzip des Chaos). Darunter trägt man was man will (oder auch gar nichts, das bleibt jedem selbst überlassen). Falls der Chonk Schuhe trägt, sollten sich beide so wenig wie möglich ähneln.

Außerdem trägt er öffentlich sichtbar das Symbol seines UnOrdens. Das kann ein UnOrdensring sein, eine Halskette, ein besonderes Detail an, auf, über, aber nicht in der Kutte, oder sonstwas. Bestimmt wird das durch die Tradition und/oder den Konvent. Oder es wird ausgewürfelt2).

Manche UnOrden bestehen auch auf das Tragen einer sogenannten EC-Karte, die den Träger als Erisischen Chonk ausweist. Viele Chonks tragen auch große Umhängetaschen (seltener Rucksäcke), weil sie nicht ihren ganzen Krempel3) in den Kutten-Taschen unterbringen können und das Innere einer Tasche außerdem ein ewiger Hort des Chaos (tragbares Heiligtum!) ist.

Wanderchonks haben auch meist lange Wanderstäbe, um sich bissige Hunde und lästige Trolle vom Hals zu halten.

Behausung

Seßhafte Chonks leben entweder in einer Abtei oder in einem KloSter. Eine Abtei kann so ziemlich alles sein, z.B. eine WG, ein besetztes Haus, mehr oder weniger nah beieinander liegende Wohnungen oder auch nur ein virtueller Ort im Internet. Die Abtei wird (wer hätte das gedacht?) von einem Abt geleitet. „Abt“ bedeutet „Vater“, und so ist es auch seine Aufgabe, den ganzen Laden zu schmeißen und Trostpflaster auf die aufgeschrammten Knie seiner „Söhne“ zu kleben. Ein Abt kann jeder werden, der dazu geeignet ist und bei der Wahl die schlechtesten Ausreden hat, sich vor diesem Amt zu drücken.

Ein typisches KloSter hat eine Küche, eine Schreibstube/Bibliothek4), einen Konvents/Gemeinschaftsraum, einen Schlafsaal, und für jeden Chonk eine eigene KloSter-Zelle in Gestalt einer Toilette; schallisoliert, klimatisiert und bequem ausgestattet5), für stundenlange Meditations-Sitzungen (Sit-Zen), weil man nachweislich auf'm Klo am besten nachdenken (und entspannen) kann. Die Zelle gilt für Fremde als unbetretbar, was sie oft auch ist. %D

Im Gemeinschaftsraum herrscht offiziell das Schweigeverbot, aber das wird dort nicht so eng gesehen. Im Schlafsaal ist allerdings Ruhe angesagt. Dort steht vor dem Bett jedes Chonks eine Spielzeugkiste mit seinem persönlichen Besitz (bzw. dem Teil davon, der nicht in seine Klosterzelle paßte). Der Inhalt dieser Kiste gilt für die Mitbrüder als unantastbar, alles Andere ist Gemeinschaftsbesitz.

Die Fünf Pfade

Ein Chonk mit Wanderstab und Chaoskutte

Das klassische Chonktum kennt fünf generelle Ausprägungen des chaotemplativen Lebens, die jeweils einem Apostel der Eris gewidmet sind. Üblicherweise entscheiden sich Chuns und Chonks, die den Nowitzenrang hinter sich lassen, für einen der fünf Pfade. Erfahrenere Chonks und Chuns sprechen auch gerne von den „Fünf Holzwegen“, um auszudrücken, daß alles im Leben zwei oder mehr Seiten hat und letztendlich sinnlos ist.

Der Pfad der Chaosophie

Die Chaosophen sind Hung Mung geweiht und die Meister des Erfindens neuer Schnapsideen und sorgen so für neue Ideen und Inspirationen im Diskordianismus. Zugleich sammeln, aufzeichnen und hüten sie als Blabliothekare und Schreiber das bestehende Wissen und die Weisheiten des Diskordianismus.

Der Pfad des Psychedelicious

Diese Jünger des Sri Syadasti widmen sich dem Spiel mit den Bewusstseinszuständen, um die eigenen Psyche so zu formen, daß sie in der Lage ist, die äußeren Umstände welcher Art auch immer zu genießen. Chuns und Chonks auf dem Pfad des Psychedelicious versuchen, einen Zustand radikaler Indifferenz zu erreichen, der vielleicht keinen objektiven, aber zumindest einen leidenschaftslos-heiteren Blick auf die Welt ermöglicht und einen dem Verständnis des Chaos näherbringt.

Der Pfad des Disputs

Die Erisischen Eristiker, jene widersprüchlichen Chonks und Chuns auf dem Pfad des Disputs sind Anhänger von Patamunzo Lingananda Dr. Van Van Mojo Patamunzo Lingananda und/oder Dr. Van Van Mojo. Neben dem „äußeren Disput“, also dem Kampf gegen das System, widmen Sie sich vor allem auch dem „inneren Disput“ in der Form offizieller Häresie und institutionalisiertem Ketzertums. Auf diese Art und Weise erschaffen sie immer neue Permutationen des Glaubens und halten ihn so lebendig und flexibel. Außerdem praktizieren sie diskordisches Tantra und Voodoo, aus ähnlichen Gründen.

Der Pfad des Irremiten

Die sturen und resilenten Irremiten (auch Fünfsiedler genannt) folgen dem Beispiel Zarathuds. Sie sind die Wächter und Behüter der Katmen und achten als solche penibel und stoisch darauf, daß Katmen, egal welcher Art, stets eingehalten werden, oder auch nicht. Zudem sind sie Experten in der unabhängigen Öchaonomie und verstehen sich darauf, sich von der Lohnsklaverei des Systems abzunabeln durch Praktiken wie Reduzierung der Bedürfnisse, Upcycling oder gärtnerische Selbstversorgung.

Der Pfad des Wanderchonks / der Wanderchun

Wanderchuns und -chonks wandeln auf dem Pfade von Malaclypse dem Älteren. Sie haben zumeist keinen eigenen festen Wohnsitz, sondern folgen dem Fluss des Chaos, sich darauf verlassend, am richtigen Ort zur richtigen Zeit aufzutauchen, oder zumindest irgendwo und irgendwann, wo es interessant, aber nicht zu übel ist. Wanderchuns und -chonks sehen sich als Aushängeschild der Göttin weisen durch ihre Nonkonformität Kohlköpfe und Graugesichter darauf hin, dass ihre Lebensweise weder die einzig mögliche, noch die einzig sinnvolle ist.

Weitere Typen von Chuns und Chonks

Abseits der Fünf Pfade gibt es noch weitere Typen von Chuns und Chonks, die zwar meist auch den Fünf Pfaden folgen, aber sich noch anderen Spezialisierungen gewidmet haben.

RudelChonks/Chaobiten
Quasi das Gegenteil der Irremiten, aber nicht ganz genau. Konvent-ionelle Chonks, die die Gesellschaft anderer Chonks aushalten (dem brühmten Ausspruch „Diskordianer müssen auseinanderhalten“ zum Trotz) und dieses geballte Chaos ihrer Umwelt auch zuzumuten gedenken. Sie bilden zusammen den Kern eines UnOrdens und befolgen dessen katmische IrrRegeln, die sie ihre Statuetten (Verkleinerungsform von Statuten) nennen. Diese werden zusammen im Konvent beschlossen, erstritten oder ausgewürfelt.
Bettelchonks
Sie verdienen ihren Lebensunterhalt damit, daß sie in der Öffentlichkeit predigen, eristische Choräle singen, in Zungen plappern etc., und sich dann Geld dafür geben lassen, damit wieder aufzuhören. Außerdem ernähren sie sich von den Naturalien, mit denen sie beworfen werden. Häufig sind sie gleichzeitig Wanderchonks.
Kampfchonks/Chaolin
Kampfchonks verbreiten Chaos wenn nötig auch in den Knochen und inneren Organen von Graugesichtern, bevorzugen allerdings Kampftechniken wie Taek-Ren-Wek und Jiu-Flitsu. Weibliche Chaolin nennt man vermutlich Chun-Li.
Flegelanten
Chonks, die so sehr an der Welt verzweifeln, dass sie sich permanent in Selbstmitleid suhlen sowie jede sich bietende Gelegenheit nutzen, um sich (meist verbal) für ihre (wohlgemerkt nicht selbstverschuldete) Ungemach zu peinigen. Imerhin haben sie auch die positive Eigenschaft, dass sie mit ihrer permanenten Selbstgeißelung überwiegend Graugesichter in die Flucht treiben, die sich voller Abscheu abwenden und dann bestenfalls ebenfalls der Verzweiflung anheimfallen.

siehe auch

Quellen

  • Das Pentazeuch (Auszüge daraus besonders hier)
1)
Wo das nicht möglich ist (Schule, Gefängnis, etc.) besteht er zumindest auf ein ungewöhnliches und/oder irritierendes Detail (Pulli auf links gezogen, verschiedene Schuhe, anachronistische Mode oder zumindest einen lustigen Hut).
2)
Natürlich mit einem heiligen W5.
3)
Z.B.: Heilige Würfel, eBook mit diskordischen Schriften, heiliges Ale, Umkehr- Farb- oder VR- Brille, heiliges Konfetti (an Büreauflux gestochen); Fnords u.v.m.
4)
Zum verfassen, editieren und horten diskordischer Literatur und dem Studium der Chaosophie.
5)
Polsterbrille, Liegesitz, Bücherregal, Minibar, etc.
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