Diskordianismus

Dieser Artikel würde sich sicher über Inhalt freuen. Zumindest, soweit ich die Psychologie von Artikeln beurteilen kann.

But do not reject these teachings as false because I am crazy. The reason that I am crazy is because they are true.Malaclypse der Jüngere

„Diskordianer? Du meinst „dieses Akkordeon, naaa“?“

Diskordianismus ist die Religion oder Weltanschauung, die davon ausgeht, dass Chaos ebenso wichtig ist wie Ordnung. Eris, auch bekannt als Diskordia, wird als die ursprüngliche Gottheit angenommen. Entwickelt Mitte der 3120er (Ende der 1950er und Anfang der 1960er A.D.) durch Malaclypse den Jüngeren und Omar Khayyam Ravenhurst, wurde sie als eine widersprüchliche Religion gestaltet.

Diskordianismus erklärt Chaos und Disharmonie zu ebenso wesentlichen Teile der Wirklichkeit, wie andere Religionen dies mit Harmonie und Ordnung tun. Es ist eine moderne Religion, die sich auf die Idee konzentriert, dass Chaos ebenso wichtig ist wie Ordnung. Sie wurde circa 3124-3125 (1958-1959 A.D.) durch Malaclypse den Jüngeren mit der Veröffentlichung seines „grundlegenden“ heiligen Textes, der Principia Discordia, begründet. Ein gewisser Zwiespalt besteht darüber, ob sie sollte als Religionsparodie angesehen werden kann, und wenn ja, in welchem ​​Ausmaß. Auch wurde Diskordianismus als „Zen für Rundaugen“ bezeichnet, basierend auf Ähnlichkeiten mit absurden Interpretationen der Rinzai-Schule. Diskordianismus erkennt Chaos, Disharmonie, und Dissens als valide und wünschenswerte Eigenschaften an, im Gegensatz zu den meisten Religionen, die Harmonie und Ordnung idealisieren. Eris, Göttin der Zwietracht in der griechischen Mythologie, ist auch die Schutzgöttin der Religion des Diskordianismus geworden.

Die Anzahl der Anhänger zu schätzen und diskordianische Gruppen korrekt zu identifizieren, fällt schwer. Dies mag der Ermutigung zur Schismen und der Bildung von Kabalen geschuldet sein. Darüber hinaus betrachten viele Anhänger den Diskordianismus nicht als ihren einzigen oder primären Glauben.

Gründung

Das Gründungsdokument des Diskordianismus ist die vierte Edition der Principia Discordia, geschrieben von Malaclypse dem Jüngeren, einem Alias von Greg Hill. Dieses Buch enthält zahlreiche Referenzen auf eine frühere Quelle, das Ehrliche Buch der Wahrheit (EBW, auf englisch Honest Book of Truth oder HBT). Aus den Zitaten scheint das EBW organisiert zu sein wie die Bibel, mit Versen, welche in Kapitel zusammengefasst sind, welche in Bücher zusammengefasst sind, welche zum EBW selbst zusammengefasst sind. Die Principia enthält einen größeren Teil (oder möglicherweise die Gesamtheist) vom „Buch der Erklärungen“, welches wiedergibt, wie das HBT Lord Omar Khayyam Ravenhurst enthüllt wurde.

Quellen

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Diskordianismus

Der Diskordianismus stellt sich als quantenpsychologische Überlagerung zweier elementarer Zustände dar, eine Schwingung zwischen „Religion als Scherz“ und „Scherz als Religion“. Er ist somit zugleich Parodie wie auch Paradoxon - ein Parodixon.

Der Diskordianismus wird sowohl als „Religion, getarnt als komplizierter Witz“ als auch als „komplizierter Witz, getarnt als Religion“ bezeichnet. Das stimmt auch beides (nicht), je nachdem, von welchem Standpunkt man sich die Sache anschaut. Allein diese Definition entspricht schon dem angewandten Diskordianismus (Operation Mindfuck):

• Verwirrung stiften • Zum Nachdenken anregen • Dogmen brechen und Strukturen auflösen • Neue Sichtweisen eröffnen.

Ein spannendes Detail am Diskordianismus ist der Umstand, dass die Zahl seiner Anhänger steigt, je mehr die Zahl seiner Gegner steigt, da ja das Kontroverse das Diskordianische selbst ist.

Contents
1 (Des-)Organisation und Geschichte
2 Philosophie
3 Theorie, Mystik und Spekulation
4 Sacred Chao
5 Gesetz der Fünf
5.1 Der Pentabarf (die 5 Gebote)
6 Zitate
7 Siehe auch
8 Weblinks

(Des-)Organisation und Geschichte

Generell sind Diskordier gegen Autoritäten, gegen Zwang und gegen Traditionen.

Es gibt keine zentrale Organisation, sondern mehrere kleinere. So existieren zum Beispiel die ELF (Erisian Liberty Front) für Anarcho-libertären Anti-Autoritarismus, gegründet von Kerry Thornley und die POEE (Paratheo-Anametamystikhood of Eris Esoteric), gegründet von Gregory Hill. Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche weitere kleine Gruppen, Cabals beziehungsweise Kabalen genannt. Gregory Hill schrieb unter dem Namen Malaclypse der Jüngere zusammen mit Thornley alias Lord Omar Khayyam Ravenhurst die Principia Discordia, die Bibel des Diskordianismus. Die beiden behaupten darin, 1958 oder 1959 (sie sind sich nicht mehr ganz sicher) bei einer Bowlingbahn erleuchtet worden zu sein. Durch dieses Buch, welches (fast) alle Geheimnisse des Diskordianismus enthält, entstand diese Religion erst.

Diese Religion betet Eris (römisch: Diskordia) an, die griechische Göttin für Zwietracht, Chaos und Ähnliches - obwohl Agnostiker und Atheisten (und sogar Werwölfe!) von der Religion keinesfalls ausgeschlossen werden. Das negative Bild der alten Griechen für Eris erklären sie damit, dass die Griechen damals noch nicht die Vorzüge des Chaos zu schätzen wussten und es deswegen als schlecht betrachteten. Außerdem wird der antiken Mythologie ein Detail zugefügt: Eris soll, nachdem sie nicht zur Hochzeit von Peleus und Thetis eingeladen wurde sich mit einem Hot Dog getröstet haben, was sich auch in den fünf diskordischen Geboten niedergeschlagen hat.

In „Illuminatus!“ von Robert Anton Wilson und Robert Shea sind die Diskordier die Leute, die unter ihrem (Nicht-)Führer Hagbard Celine gegen die Vorherrschaft der Illuminaten kämpfen. Wilson wurde auch lange für den Autor der Principia Discordia gehalten, unter anderem weil er es manchmal selbst behauptete, um den Mythos um die Principia auszubauen. Er widmete den ersten Teil der Illuminatus!-Trilogie übrigens niemand anderem als den Begründern des Diskordianismus, Hill und Thornley.

Philosophie

Diskordier bestreiten objektive Wahrheiten, sie (zumindest die meisten) sind der Ansicht, dass alles subjektiv auslegbar sei. (Je länger dieser Artikel wächst, desto mehr Diskordier gibt es, die ganz oder teilweise nicht mit ihm einverstanden sind.) Sie lieben die Widersprüche, denn diese zeigen Grenzen der Logik auf. Um mit Widersprüchen umzugehen, muss man das übliche logische Denken überwinden und dem Geist neue Freiheiten geben. Die Überzeugung, dass der Mensch ein Sklave von Wort und Logik ist, schlägt sich auch im Zen-Buddhismus nieder.

Ein weiterer Punkt ist die Unterteilung von Unordnung und Ordnung in seinen jeweiligen kreativen und destrukiven Part. Jemand, der gegen die Unordnung wettert und dabei unterschlägt, dass in der Unordnung auch Kreativität steckt, wird gern als Graugesicht oder als aneristisch bezeichnet. Graugesicht ist der Name eines humorlosen Menschen, der laut der Principia Discordia 1166 v. Chr. einen Trip einleitete, der zur einer Unausgeglichenheit der Welt führte. Durch verrückte, witzige und bewusstseinerweiternde Taten versuchen Diskordier diese Unausgeglichenheit aufzulösen.

Theorie, Mystik und Spekulation

Den Diskordiern wird seit den Illuminatus!-Romanen der Ruf als Gegenspieler der Illuminaten zugesprochen. Illuminatus! Autor Robert Anton Wilson wurde, nachdem 1975 die Trilogie erschien war, als Autor der Principia Discordia verdächtigt, da er aus dem mysteriösen Buch mehrfach zitierte.

Zum Diskordianismus ist noch zu sagen, daß niemand so genau weiß, ob all das nicht ein einziger, komplizierter Witz oder eine echte Religion ist. Sollte es eine echte Religion sein, ist sie wohl die absurdeste welche die Welt bisher gesehen hat. So steht beispielsweise in der Principia, wie sich Eris den beiden Gründern offenbarte:

[…] Und damit enthüllte er seine Schriftrolle. Es war ein Diagramm, wie ein Yin-Yang mit einem Pentagon auf der einen Seite und einem Apfel auf der anderen. Und dann explodierte er und die beiden verloren das Bewußtsein. […]

In den Anhängen des dritten Illuminatus Buches ist eine Beschreibung einer diskordischen Aktion zu finden, der Operation Mindfuck. Diese wird durchgeführt getreu dem diskordischen Grundsatz „Wir müssen auseinanderhalten!“ und beinhaltet verschiedene Aktionen, bei denen niemals jemand weiß, wer daran beteiligt ist oder was die anderen Beteiligten tun.

Sacred Chao

Das Sacred Chao auch Heiliges Chao ist ein (de)zentrales Symbol des Diskordianismus. Das Wort Chao steht für die Singularform von Chaos. Es sollte nicht mit der Sacred Cow (heilige Kuh) der Hindus verwechselt werden.

Das Sacred Chao ist ein Symbol, das von Diskordiern verwendet wird, um die Wechselwirkung zwischen Ordnung und Unordnung aufzuzeigen. Es erinnert an das Yin-Yang-Symbol, laut der Principia Discordia wurde es allerdings vom diskordischen Apostel Hung Mung im alten China entwickelt und das Yin-Yang-Symbol ist eine Abwandlung davon.

Der Hintergrund beider Hälften ist im Gegensatz dazu weiß. Anstelle der weißen und schwarzen Punkte stehen sich ein Pentagon und ein Apfel mit der Aufschrift Kallisti (griechisch: Für die Allerschönste) gegenüber. Das Pentagon repräsentiert das Gesetz der Fünf und steht für Autorität und Ordnung. Der meist golden dargestellte Apfel ist der Zankapfel der Eris, mit dem sie die Trojanischen Kriege auslöste. Er steht für Kreativität, Chaos und Zwietracht.

Unordnung und Ordnung sind nur vom Mensch entwickelte Begriffe und Konzepte. Sie versuchen zu beschreiben, was das menschliche Bewusstsein wahrnimmt. Diese Wahrnehmung erfolgt allerdings immer durch ein Fenster oder Gitter, das zwar variieren kann, aber nie das tatsächlich dahinter liegende reine Chaos zeigen kann. Alles ist Chaos. Durch das vom Menschen geschaffene Gitter wird es nur in Ordnung und Unordnung unterteilt.

Gesetz der Fünf

Das diskordische Gesetz der Fünf besagt, dass alles, was im Universum geschieht, irgendwie mit der Zahl Fünf oder einem Vielfachen von Fünf zusammenhängt. So ist zum Beispiel auch die oft erwähnte Dreiundzwanzig ein Teil des Fünfer-Gesetzes, denn 2 + 3 = 5. Wie bei der 23 ist es möglich, dass Menschen, die sich mit dem Fünfer-Gesetz beschäftigen, auf die Wahrnehmung der Zahl Fünf konditioniert werden und somit meinen sie öfter zu sehen als zuvor.

In der Principia Discordia wird das Gesetz folgendermaßen formuliert:

  [i]ALLE DINGE PASSIEREN IN FÜNFEN, ODER SIND TEILBAR DURCH ODER VIELFACHE VON FÜNF, ODER SONSTWIE DIREKT ODER INDIREKT PASSEND ZUR FÜNF.[/i]

Zu Beachten ist, dass es sich hierbei nicht um ein Dogma, sondern um eine relative Vorstellung handelt, welche einen weiteren Schritt in der Entwicklung einer relativistischeren Weltanschauung sein kann: Nur wem bewusst wird, dass seine Wahrnehmung durch das Gesetz der Fünf, die 23 und andere Dinge konditioniert wurde, kann sich selbst metaprogrammieren. Hört, hört! Fnord!

Eine weiteres Zitat aus der Principia lautet daher:

  Patamunzo Lingananda: [i]DIE WAHRHEIT IST FÜNF ABER DIE MENSCHEN HABEN NUR EINEN NAMEN DAFÜR.[/i]

Der Pentabarf (die 5 Gebote)

Der Pentabarf hat wie das Heilige Chao eine (de)zentrale Stellung im Diskordianismus. Was bei den Christen und Juden die 10 Gebote sind, ist bei den Diskordiern der Pentabarf. Laut der Principia Discordia wurde er vom Apostel Zarathud in einen goldenen Stein gemeißelt aufgefunden. Er konnte ihn zunächst nicht lesen, nach 10 Wochen und 11 Stunden fand er jedoch heraus, dass die Botschaft gelesen werden konnte, wenn man sich auf den Kopf stellt und sie verkehrtherum betrachtet. Die 5 Gebote lauten wie folgt:

I. Es gibt keine Göttin außer der Göttin und sie ist deine Göttin. Es gibt keine Erisische Bewegung außer der Erisischen Bewegung und es ist die Erisische Bewegung. Und jeder Golden Apple Corps ist das geliebte Heim eines Goldenen Wurmes. II. Ein Diskordier soll immer das offizielle diskordische Dokumentennummerierungssystem benutzen. III. Ein Diskordier ist zu Beginn seiner Illumination dazu verpflichtet, an einem Freitag alleine nach draußen zu gehen und fröhlich ein Hot Dog zu genießen; diese Zeremonie ist da, um gegen die beliebten Paganismen dieser Tage zu demonstrieren: gegen die Katholische Christenheit (freitags kein Fleisch), das Judentum (kein Fleisch vom Schwein), den Hinduismus (kein Fleisch von der Kuh), den Buddhismus (kein Fleisch von Tieren), und den Diskordianismus (keine Hot Dogs). IV. Ein Diskordier soll keine Hot Dogs essen, denn es war der Trost der Göttin, als sie mit der ursprünglichen Zurückweisung konfrontiert war. V. Einem Diskordier ist es verboten, zu glauben, was er liest.

Der Pentabarf verdeutlicht einmal mehr die Vorliebe der Diskordier für das Paradoxe, und den Drang, Dogmen zu brechen.

Zitate

„Wir Diskordier müssen auseinanderhalten!“ „Diskordier schwimmen nicht gegen den Strom, sie klettern aus dem Fluss.“ „Der nächste Satz ist eine Lüge. Der vorhergehende Satz ist wahr.“ „Wer nicht für uns ist, ist für uns.“ „'Tis an ill wind that blows no minds“ „(ein Discordier ist) jemand, der gerne Kaiser Nortons alte Kleider trägt“ - L.A. Rollins, Lucifers Lexicon „Discordianismus ist nicht nur eine Religion; es ist eine Geisteskrankheit“ - Lord Omar Ravenhurst „(Discordianismus ist) ein schattenartiger, formloser Anarchoterroristen Kult … eine Bedrohung, die sich weit über den Informationshighway verbreitet hat. … seine Tentakeln reichen überall hin.“ - Concerned Citizens for a Safe Internet „Give your mind a blowjob and it will work!“

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